Beckenbodentraining

Was ist der Beckenboden?

Als Beckenboden wird eine Muskelgruppe bezeichnet, welche die Bauch- und Beckenorgane am unteren Rand umschließt und leicht nach oben gebogen ist. Diese Beckenbodenmuskeln reichen vom Schambeinknochen bis zum Steißbeinknochen und an der Seite bis zu den beiden sogenannten Sitzbeinhöckern. Um sich gedanklich ein Bild davon machen zu können umfasst dieser Muskel die genannten Organe wie eine Hängematte. Der Muskel – auch PC-Muskel genannt – entspannt sich beim Stuhlgang, Wasserlassen, speziell bei Frauen beim Geschlechtsverkehr und bei einer Geburt.

Gegenteilig dazu ist der Beckenbodenmuskel natürlich sehr wichtig für die Kontrolle unserer Ausscheidungen. Bei Frauen kann er vaginal erfühlt werden. Der sogenannte Damm ist auch ein Teil des Beckenbodens, welcher bei Männern zwischen Hodensack und After, bei Frauen zwischen Scheideneingang und After liegt.

Beckenboden und Liebeskugeln

Eine sehr gute Möglichkeit, um den Beckenboden wieder auf Vordermann zu bringen, ist das Training mit Hilfe von Liebeskugeln, denn sie haben nicht nur einen wichtigen gesundheitlichen Zweck (in der Medizin als Vaginalkonen bezeichnet), auch steigern sie die sexuelle Erregungsfähigkeit.

Um den Beckenboden zu stärken wird der Vaginaltrainer wie ein Tampon einfach in die Scheide eingeführt bis er perfekt sitzt und kaum mehr zu spüren ist. Verschiedene Größen und Gewichte sorgen für eine individuell für die Frau angepasste Anwendung, denn nicht jeder Beckenboden ist von Natur aus gleich kräftig.

Das Training kann während eines normalen Tagesablaufes durchgeführt werden, anfangs ist empfohlen bis zu 15 Minuten, maximal zwei Mal pro Tag, da natürlich auch hierbei ein Muskelkater drohen kann. Im Abstand von 2 Wochen kann das Gewicht dieser Vaginalkonen erhöht werden um das Training auch effizienter zu gestalten.

Aber nicht nur mit Liebeskugeln lässt sich der Beckenboden trainieren. Hier gibt es ein kleines Video mit Pilates für den Beckenboden:

 

Auswirkungen auf das Liebesleben

Bei Frauen kann das gezielte Training und Spiel mit dieser Muskulatur die sexuelle Erregung steigern sodass auch die Wahrscheinlichkeit auf einen vaginalen Orgasmus erhöht wird. Ein Höhepunkt kann nicht nur für Frau intensiver wirken, auch für ihren Partner ist es luststeigernd wenn sie beispielsweise während seines Orgasmus durch Anspannung ihres Muskels eine erhöhte Reibungskraft und somit für eine allgemeine Verengung der Vagina sorgt. Bei Männern führt ein regelmäßiges Training zu festeren, härteren Erektionen, auch der Ejakulationsreflex kann dadurch vermehrt unterdrückt werden, dadurch wird für ein längeres Durchhaltevermögen gesorgt.

Warum den Beckenbodenmuskel trainieren?

Allgemein gilt: Ein gestärkter Beckenbodenmuskel sorgt für eine bessere Durchblutung des gesamten Beckens und steigert auch die Empfindsamkeit in diesem Bereich. Ein regelmäßiges Training beugt zudem eine Beckenbodenschwäche vor, welche bei vielen Frauen ein Problem darstellt. Der Mann kann während einer Erektion sein Glied ohne Mithilfe der Hände in Richtung Bauchnabel ziehen, dadurch spannt sich dieser Muskel an. Im Allgemeinen wird die Potenz dadurch gesteigert und bietet ebenso mehr Intensität und Kontrolle beim Geschlechtsverkehr.

Beckenbodenschwäche erkennen

An Beckenbodenschwäche leiden vor allem Frauen, welche eine Bindegewebeschwäche haben, dies kann erblich bedingt sein. Es ist vollkommen normal, dass der Beckenbodenmuskel mit der Zeit ein wenig Stabilität verliert, besonders im Alter kann die Schwäche stark zunehmen. Folgend kann eine Stuhl- oder Harninkontinez auftreten. Natürlich ist es auch möglich, dass jüngere Frauen davon betroffen sind, die eine Blasenschwäche erleiden. Speziell nach einer Geburt kann es passieren, dass der Beckenbodenmuskel nicht mehr richtig funktioniert.

In solchen Fällen ist es sehr hilfreich ihn wieder zu trainieren und dadurch zu stabilisieren. Auch wenn mehrere Kinder innerhalb kurzer Zeit geboren werden, kann dieser Muskel überdehnt werden und zusätzlich zu einer hormonellen Einwirkung auf das Bindegeweben kann ebenso eine Beckenbodenschwäche das Resultat sein. Bei Männern kann eine Impotenz entstehen, falls die Anzeichen für eine Schwäche nicht wahrgenommen und behandelt werden. Chronischer Husten, schwere körperliche Arbeit oder Übergewicht können auch Ursachen für eine Beckenbodenschwäche sein.

Um diese Schwäche vorzubeugen, ist es ratsam, die Muskulatur durch Beckenbodengymnastik oder ein spezielles Training zu stärken. Zudem ist es auch für den Beckenboden nicht von Vorteil, wenn man bei Harn- und Stuhlgang zu sehr presst um beispielsweise Verstopfungen zu vermeiden.