Scheidensenkung: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Frau hält die Hand im Schritt aufgrund einer Scheidensenkung

Die Scheide und Gebärmutter in einer Frau werden durch mehrere Verbindungen aus Bändern, die im Becken befindlich sind, gestützt. Diese Verbindungen lockern sich oft aufgrund von verschiedenen Gründen. Dadurch werden Gebärmutter und Scheide, sowie Darm und Blase nicht länger gehalten und setzen sich dadurch tiefer auf das Becken ab. Eine Folge davon kann eine Scheidensenkung sein.

Verlauf einer Scheidensenkung

Die Schwere der Scheidensenkung wird in 4 Graden eingestuft.

Bei dem 1. Grad sind Scheide und Gebärmutter nur etwas abgelegt.

Der 2. Grad hingegen schließt eine derart tiefe Senkung der Organe ein, dass sie sich schon in der Scheidenöffnung befinden.

Liegt der 3. Grad vor, so sind die Organe 1 Zentimeter aus der Öffnung der Scheide herausgetreten.

Ist der 4. Grad vorhanden, sind die beiden Organe größtenteils schon aus der Scheide ausgetreten.

Ursachen und Risikogruppen

Die Ursachen der Scheidensenkung sind sehr unterschiedlich. Ausreichend untersucht wurde bisher der Einfluss des Alterns in den Wechseljahren in Verbindung mit einer Scheiden- oder Gebärmuttersenkung. Denn mit zunehmenden Alter verlieren Muskeln und Gewebe ihre Spannkraft und Scheide, Gebärmutter und Blase können nicht mehr ausreichend gestützt werden.

Ebenfalls schwächend und sogar schädlich für Gewebestrukturen und die Muskeln sind Geburten. Auch überflüssiges Körpergewicht können eine Senkung verursachen. Darüber hinaus werden auch durch Vererbungen geschwächtes Gewebe in der Scheide und Gebärmutter begünstigt.

Unklar ist jedoch, inwiefern körperliche Lasten wie der Transport von schweren Gegenstände die Krankheit verursacht. Gleiches gilt bei Husten, der chronisch ist und oft auftretenden Darm Verstopfungen.

Jede zweite Frau erlebt in ihrem Leben eine kleine Scheidensenkung. Bei dem Großteil der Erkrankten verschlimmert sich nicht die Senkung 1. Grades oder geht sogar nach einigen Monaten, wenn nicht sogar Jahren wieder vollständig weg.

Und von diesen erkrankten Frauen haben schätzungsweise nur 3 Prozent eine mit Beschwerden belastete Art der Scheidensenkung. Besondere Risikogruppen sind hierbei also schwangere Frauen, Frauen in den Wechseljahren, aber auch Frauen, welche die Wechseljahre überschritten haben. Ebenso Frauen mit chronischem Husten oder regelmäßigen Darmverstopfungen sind oft von der Krankheit betroffen.

Symptome und Auswirkungen

Liegt eine kleine Scheidensenkung vor, macht sich dies in der Regel nicht bemerkbar. Sobald jedoch Scheide, Gebärmutter und Blase das Becken belasten, treten zahlreiche Beschwerden auf.

Dies kann zum einen das Unwohlsein sein, etwas Belastendes in der Scheide zu fühlen und die Wahrnehmung etwas Fremdartiges zu spüren. Eine leichte Sensibilität der Blase tritt bei ca. 50 Prozent der betroffenen Frauen auf, die den Grad 1 oder 2 der Senkung haben.

Schreitet die Krankheit fort (Grad 3 oder Grad 4), tritt häufiges oder ungewolltes Wasser lassen (besonders bei sportlichen Aktivitäten) und Komplikationen dabei auf.

Dies kann sich zu Unterleibs- und Rückenschmerzen steigern oder sogar Schmerzempfindungen beim Geschlechtsakt und Beschwerden bei der Ausscheidung verursachen.

Besonders drastisch sind Wunden in der Scheide, die durch die angegriffene Flora der Scheide entstanden sind und auch bluten. Es kann bei einer starken Senkung so weit gehen, dass Gebärmutter und Scheide aus dem Eingang der Scheide heraushängen. Hinzukommt die psychische Belastung der Betroffenen Frauen.

Scheidensenkung vorbeugen

Durch häufiges Trainieren des Beckenbodens kann die Muskelstärke und somit die Festigkeit des Beckengewebes aufrechterhalten werden. Ist eine Geburt zuvor passiert, ist es wichtig, Gymnastik für die Rückbildung der Senkung durchzuführen.

Experten sind sich noch nicht sicher, ob es hilfreich ist, schwere Gegenstände kurz nach der Schwangerschaft nicht zu tragen. Ähnlich verhält es sich bei dem Ratschlag Husten, der chronisch ist, Darmverstopfungen und Übergewicht schnell behandeln zu lassen, wobei hier mit Sicherheit gesundheitliche Vorteile zu erwarten sind.

Des Weiteren sind Routinebesuche beim Gynäkologen (besonders ab einem Alter von 35 und bei vererbter Schwäche des Bindegewebes) ein wichtiges Hilfswerkzeug um Senkungen vorzubeugen oder rechtzeitig einschreiten zu können.

Behandlungsmöglichkeiten einer Scheidensenkung

Eine Behandlung der Scheidensenkung steht am meisten in Abhängigkeit mit der Belastung und Behebung der gesundheitlichen Probleme, welches Organ zurückgesetzt werden soll und wie sehr es ausgetreten ist.

Zusätzlich ist die Effektivität der Methoden, Operationen sind hierbei nicht gemeint, bedeutsam. Zudem ist der Wunsch nach Kindern mit zu berücksichtigen, falls vorhanden, welchen Wert die Gebärmutter für Sie hat und ob ihre körperliche Verfassung eine Operation zulässt.

Es ist empfehlenswert, falls Sie in Ihren Wechseljahren sind, parallel neben anderen Maßnahmen auch Hormonzäpfchen oder Hormoncremes für die Scheidenschleimhäute anzuwenden, sofern keine Form von Krebs zuvor aufgetreten ist.

Eine Operation ist in der Regel nur dann notwendig, sofern eine Scheidensenkung 4. Grades vorliegt. Hierbei erfolgt eine Anhebung der verschobenen Organe und teilweise eine Entfernung der Gebärmutter.

Eine nicht operative Möglichkeit eine Senkung des Schweregrades 1 — 3 zu mindern oder sogar zu beheben (, wenn auch nicht garantiert, ) ist das Beckenbodentraining. Mittels der Trainingseinheiten kann die bewusste Entspannung der Beckenbodenmuskeln erlernt werden.

Die Einheiten sind Übungen, die schnell sind und einen geringen Aufwand haben. Es ist wichtig, sie regelmäßig durchzuführen wie beispielsweise dreimal am Tag.

Vorteilhaft ist es auch, vor dem Training zu Hause bei einem Physiotherapeuten zu üben, weil hier das Trainingsprogramm am besten auf die Probleme angepasst werden kann und die Übungen optimal ausgeführt werden können. Üblicherweise werden diese Besuche von der Krankenkasse bezahlt.

Bei der Mehrzahl der erkrankten Frauen ist das Training erfolgreich und kann schon nach kurzer Zeit, wie nach einigen Wochen, seine Wirkkraft zeigen. Nichtsdestotrotz ist gibt es auch Frauen, die ihre Erkrankung nicht durch die Übungen bessern konnten.

Bisher sind sich Ärzte noch nicht darüber im Klaren, ob das Training die Krankheit endgültig beendet. Eine anderes Mittel um die Senkung zu lindern ist die Verwendung von Pessaren.

Die Nutzung eines Pessars ist dann sinnvoll, wenn eine Operation vorerst vorschoben werden muss oder gar nicht erst geschehen soll. Ebenfalls ist es eine gute Ergänzung zu dem Training des Beckenbodens.

Er ist schalen- oder würfelförmiges Silikon oder Gummi, welcher aber auch die Form eines Rings haben kann. Die meisten Frauen entscheiden sich für den würfeligen Pessar. Jede zweite an Scheidensenkung erkrankte Frau nutzt Pessare dann jahrelang.

Dieser wird dann entweder selbst oder mithilfe einer Gynäkologin in die Scheide platziert. Zwar kann der Ursprung der Scheidensenkung dadurch nicht gelöst werden, aber dafür nicht nur den Organen eine nötige Stütze geboten werden, sondern auch die Muskeln im Becken stärken.

Vorsichtsmaßnahmen nach einer Behandlung

Im Falle, dass ein Pessar genutzt wird, ist darauf zu achten, in regelmäßigen Zeitabständen eine Kontrolle und Reinigung des Pessar durchzunehmen. Ebenso ist es wichtig eine Untersuchung der Vagina von einem Arzt anzunehmen.

Die Nebenwirkungen von Pessaren bei ungenügender Reinigung und Überprüfung sind teilweise Änderungen auf den Schleimhäuten durch die ausgeübte Last. Dies kann von Schwellungen bis hin zu Schmerzbeschwerden oder blutenden Verletzungen führen.

Des Weiteren grenzt er die Bewegungsabläufe des Darms ein. In manchen Fällen kann trotz Pessar der Geschlechtsakt ausgeführt werden, wenn auch mit der bemerkbaren Tatsache, dass er vorhanden ist, in anderen Fällen nicht.

Allerdings ist es möglich, Würfel-Pessare zu entnehmen. Damit negative Wirkungen entgehen werden können, kann also auf die Reinigung des Pessar nicht verzichtet werden.

Zudem kann eine Gleitcreme die Anwendung des Pessar erleichtern. Für Frauen in den Wechseljahren empfiehlt es sich, ähnlich wie in der Behandlung, eine Hormoncreme für die Scheidenschleimhäute zu nutzen.

Quellen

https://www.gesundheitsinformation.de/scheidensenkung-und-gebaermuttersenkung.2704.de.html; Autor Institut für

Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG); Kapitel Einleitung – Kapitel Behandlung; 2018 veröffentlicht; zuletzt abgerufen am 28.5.2018, 17:19Uhr.

https://www.gesundheitsinformation.de/beckenbodentraining-und-pessare.2704.de.html?part=behandlung-my; Autor Institut für

Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG); Kapitel Beckenbodentraining und Pessare – Kapitel Haben Pessare Nachteile?; 2018 veröffentlicht; zuletzt abgerufen am 28.5.2018, 16:03Uhr.

https://www.bildderfrau.de/gesundheit/krankheiten/article207215559/Die-Scheiden-und-Gebaermuttersenkung-Was-zu-wissen-ist.html; Autor Redaktion; Kapitel Bei einer Scheidensenkung reicht der Verlauf von Symptomlosigkeit bis hin zu deutlichen Beschwerden. Nach der Schwere richtet sich die Behandlung. und Kapitel Diagnose und Behandlung von Scheiden- und Gebärmuttersenkung; 2018 veröffentlicht; zuletzt abgerufen am 28.5.2018, 14:25Uhr.

https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/scheiden-undoder-gebaermuttersenkung/was-ist-eine-scheidensenkung-oder-gebaermuttersenkung/; Autor/in äin-red; Kapitel Was ist eine Scheidensenkung oder Gebärmuttersenkung?, Kapitel Auswirkungen, Kapitel Scheiden- und/oder Gebärmuttersenkung: Therapie; Veröffentlichkeitsdatum unbekannt; zuletzt abgerufen am 27.5.2019, 20:53Uhr.