Beckenbodentrainer Empfehlungen

Für einen stabilen Beckenboden empfiehlt sich regelmäßiges Beckenbodentraining. Entgegen der Vermutung, dass es sich dabei zwangsläufig um extrem körperlich anstrengendes Training handelt, ist Beckenbodentraining einfacher als Frau oder Mann denkt und kann auch simpel in den Alltag integriert werden!

Auch wenn der Beckenboden und seine Funktion sowie dessen Training noch nicht die Bedeutung innerhalb der öffentlichen Meinung erreicht hat, die ihm eigentlich zusteht, lohnt sich ein genauerer Blick dennoch! Vorteile bietet ein regelmäßiges Training in Vielerlei Hinsicht.

Der erste Gedanke, den man bei dem Wort „Beckenbodentraining“ hat, ist wohl im Zusammenhang mit der Rückbildung nach der Geburt. Das stimmt auch – der Beckenboden unterlag während der Schwangerschaft und Geburt vielen Strapazen und muss nun wieder effektiv trainiert werden.

Jedoch ist das nicht der einzige Grund, weswegen man den Beckenboden trainieren sollte. Da der Beckenboden durch seine Muskeln und Bänder die Organe hält, ist es logisch, dass ein stabiler Beckenboden gleichzeitig einen guten gesundheitlichen Zustand des Unterbauches garantiert und einen stabilen Halt des Körpers unterstützt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass einer Harninkontinenz vorgebeugt werden kann. Außerdem beeinflusst der Beckenboden maßgeblich unsere Sexualität. Training festigt nicht nur, sondern fördert auch die Durchblutung, was wiederum zu einer gesteigerten Empfindsamkeit beim Sex führt. Wir erleben den Sex und vor allem den Orgasmus somit noch intensiver!

Prinzipiell lässt sich nicht sagen, ab welchem konkreten Alter der Beckenboden effektiv trainiert werden sollte. Generell lässt sich sagen, das Training für den Beckenboden quasi für jede Altersgruppe geeignet ist, da es die Funktion stärkend unterstützt.

Aber da nicht nur Frauen einen Beckenboden besitzen, sondern auch Männer, empfiehlt es sich „Für Ihn“, dem Beckenbodentraining ebenfalls Beachtung zu schenken. Männer profitieren neben der stabilen Haltung und der Vermeidung von Inkontinenz zusätzlich von einer größeren Potenz, die sich durch Ausbleiben von Erektionsstörungen sowie Entgegenwirken eventueller Impotenz bemerkbar macht.

Nun stellt sich ja so langsam die Frage, wie man nun effektiv seinen Beckenboden trainieren kann, um von all diesen benannten Vorteilen zu profitieren. Es gibt viele Beckenbodentrainer, welche im Folgenden erklärt werden.

Beckenbodentrainer Konen

Das Beckenbodentraining kann unter Zuhilfenahme eines Konus erfolgen. Das ist eine simple Anwendung, da der tropfenförmige, längliche Beckenbodentrainer in die Vagina eingeführt wird und die Frau daraufhin gegen das Herausrutschen des Konus aufgrund seines Eigengewichts arbeitet, in dem sie den Beckenboden anspannt.

Es ist wirklich einfach den Beckenboden auf diese Weise zu trainieren! Weiterhin ist ein Vorteil, dass es die Konen meist in Trainingsets gibt, sodass der nächst schwerere Konus verwendet werden kann, wenn eine gewisse Stabilität durch den leichtesten Konus bemerkbar wird. Leider ist der Trainingseffekt nicht ganzheitlich, sondern wirkt sich nur auf die äußere, vordere Beckenbodenmuskulatur aus.

Pessare als medizinische Maßname

Pessare, die ihren Einsatz im Beckenbodentraining finden, sind meistens kleine Gebilde aus Gummi oder Silikon. Neben der Würfelform existieren auch Ring- oder Schalenformen. Ein Würfelpessar wird in die Vagina eingeführt und stützt durch seine Kanten die Organe im Becken in ihrer natürlichen Position und kann die Beckenbodenmuskulatur stärken.

Der Vorteil bei Würfelpessaren ist, dass sie selbst eingesetzt und entnommen werden können.

Das Einsetzen anderer Variationen des Pessars erfolgt meist durch einen Arzt oder eine Ärztin. Da das Wechseln der Pessare im Takt aller 6 bis 8 Wochen ebenfalls durch den Arzt oder Ärztin erfolgt, sollte man sich somit gut überlegen, ob man tatsächlich zur Ring- oder Schalenform greifen möchte. Würfelpessare können außerdem vor dem Geschlechtsverkehr entnommen werden, was bei anderen, durch Fachhand eingesetzte Pessare, nicht der Fall ist.

Elektronischer Beckenbodentrainer

Elektronische Beckenbodentrainer erzeugen elektrische Impulse und senden diese aus, welche dann über eine Vaginalsonde auf die Beckenbodenmuskulatur übertragen werden.

Das hat zur Folge, dass der Beckenboden mit einsetzender Kontraktion besser durchblutet wird und trainiert wird. Die Vaginalsonde ist über ein Kabel mit dem elektronischen Beckenbodentrainer verbunden. Auf dem Monitor des Trainers können die verschiedenen Programme ausgewählt werden und die Intensität eingestellt werden.

Das tägliche Verwenden unterschiedlicher Programme ist vor dem Hintergrund zu empfehlen, da sich sonst eine Gewöhnung einstellt und der Beckenboden nicht mehr effektiv trainiert wird. Ob man sich einen elektronischen Beckenbodentrainer anschafft, sollte gut überlegt sein, da er im Preis doch relativ weit vorn liegt.

Biofeedback

Auch hier erfolgt das Training unter Verwendung einer Vaginalsonde, welche die Spannung des Beckenbodens misst. Sie wird wie ein Tampon eingeführt, das Kabel hängt vorn hinaus.

Das Anspannen der Beckenbodenmuskulatur – so wie bei allen anderen Muskeln im Körper – führt zu einer Änderung der elektrischen Spannung an der jeweiligen Muskelwand. Über die eingeführte Vaginalsonde wird diese Spannung erkannt und an ein Messsystem gesendet.

Man erhält ein Signal über die jeweilige Entspannung beziehungsweise Anspannung des Beckenbodenmuskels und kann somit sein ausgeführtes Beckenbodentraining sehr gut auswerten und dessen Funktionalität bewerten. Das Training kann daraufhin optimal angepasst werden.

Preislich zählt der Biofeedback-Beckenbodentrainer jedoch eher zu den kostspieligeren Produkten. Nachteilig ist außerdem, dass man sich erst intensiv mit dem Trainer beschäftigen muss, eventuell das Programm mit PC oder Laptop verbinden muss und natürlich auch die Messergebnisse, die das Programm auswertet, für sich persönlich interpretieren können.

Beckenbodentrainer Liebeskugel

Die Liebeskugeln sind, wie ihr Name schon verrät, kleine Kugeln, die vaginal eingeführt werden. Durch ein Eigengewicht der Kugel, meistens von 80 bis 120 g, rutscht die Kugel relativ schnell in deinen unteren Teil der Vagina.

Reflexartig wird man, während der Ausführung leichter Bewegungen, versuchen, über die Anspannung der Beckenbodenmuskulatur, zu verhindern, dass die Kugel herausrutscht, wodurch der Trainingseffekt erzielt wird. Das geschieht meist intuitiv.

Mithilfe von sogenannten Rückholkettchen kann die Kugel ganz simpel herausgezogen werden. Das Training mit diesem Beckenbodentrainer ist nicht nur einfach, sondern auch unglaublich effektiv! In kurzer Zeit werden große Erfolge erzielt.

Ohne Beckenbodentrainer nach Kegel

Diese Technik geht auf den US-amerikanischen Urologen Arnold Kegel zurück, welcher Ende der 1940er Jahre eine Methode suchte, um Patienten gegen Harninkontinenz zu behandeln. Die Übungen, welche hilfsmittelfrei erfolgen, wurden nach ihm benannt.

Die Ausführung der Übungen sieht eine gezielte Kombination zwischen Anspannung und Anhebung der Beckenbodenmuskulatur vor. Die angespannte Muskulatur soll für wenige Sekunden in dieser Position gehalten werden, anschließend wieder lockern. Die Übung im besten Fall bis zu 20 Mal wiederholt werden.

Vorteilhaft bei der Anwendung nach Kegel ist definitiv der Verzicht auf Hilfsmittel und damit einhergehende Kostenersparnisse.

Bewerte uns!