Blasenschwäche in der Schwangerschaft

Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger!

Ein Glücksmoment und Vorfreude auf das kleine Wunder Mensch. In den darauf folgenden Monaten wird sich die werdende Mutter sicher intensiv auf die Geburt ihres Kindes vorbereiten. Aber nicht nur sie ist aktiv, auch ihr Körper sorgt für den Schutz ihres Kindes und stärkt mithilfe der Hormone gleich zu Anfang das Immunsystem.

Damit verbunden sind allerdings auch die teilweise unangenehmen hormonellen Schwankungen. Und langsam, aber zunehmend sichtbarer, verändert sich ihr Körper, während das kleine Wesen in ihrer Gebärmutter stetig wächst und sich entwickelt.

Je nachdem wie das Baby liegt, machen sich Rückenschmerzen bemerkbar. So leidet beinahe jede Frau unter mehr oder weniger unangenehmen Rückenschmerzen. Diese können durch die Veränderungen an der Gebärmutter und des sie umliegenden Gewebes entstehen.

Häufig sind auch die sich mitdehnenden Mütterbänder, die die stetig größer werdende Gebärmutter halten müssen, daran beteiligt. Um den Schmerzen entgegenzuwirken, entwickeln viele Schwangere eine Schonhaltung, die dann das Gegenteil bewirken und die Schmerzen verstärken kann. Sinnvoller sind Entspannungsübungen.

Schwache Blase in der Schwangerschaft – ein häufiges Problem

Wenn sich während der Schwangerschaft eine Inkontinenz entwickelt hat, dann ist das sicher unangenehm, aber auf keinen Fall ein Grund zur Beunruhigung. Die Blasenschwäche in der Schwangerschaft entsteht durch hormonell bedingte Veränderungen der Beckenboden-, Blasen-und Schließmuskeln, einem fein aufeinander abgestimmten System.

Auch das Baby, das im Bauch zunehmend größer wird, verstärkt den Druck auf die Harnblase. Die Inkontinenz macht sich meist im ersten Drittel und zum Ende der Schwangerschaft bemerkbar und verschwindet in den meisten Fällen wieder.

Inkontinenz: So können Sie vorbeugen

Um einer Blasenschwäche vorzubeugen, kann man vor der Schwangerschaft einiges tun, wie zum Beispiel mit dem Rauchen aufhören. Beim Rauchen steigt der Kohlenstoffmonoxidgehalt im Blut, was dazu führt, dass der Sauerstoffanteil sinkt.

Das wiederum führt zu Schäden an den Gefäßen und dem Bindegewebe und begünstigt somit die Inkontinenz. Raucherhusten wirkt indirekt auf die Beckenbodenmuskulatur, was diese auf Dauer schwächt und eine Belastungsinkontinenz begünstigt.

Auch das Körpergewicht spielt im Zusammenhang mit Inkontinenz eine Rolle. Bei Übergewicht belastet vor allem das Fettgewebe im Bauchraum den Beckenboden, der sich mit der Zeit senken wird.

Das kann wiederum die Blasenschwäche in der Schwangerschaft begünstigen. Außerdem birgt Übergewicht die Gefahr des Schwangerschaftsdiabetes, was zu einem hohen Geburtsgewicht, aber auch zu Fehlbildungen, wie zum Beispiel einem Herzfehler oder einer schwachen Lunge führen kann.

Daher wäre es sinnvoll, bereits vor der Schwangerschaft die Ernährung umzustellen. Sie sollte vorzugsweise mediterran sein, mit viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukten sowie magerem Fleisch oder Fisch und mageren Milchprodukten.

Dabei sollte gerade in der Schwangerschaft darauf geachtet werden, dass Fleisch (Gefahr der Toxoplasmose-Parasiten oder auch Salmonellen) und Fisch (Listerien) gut durchgegart und dass Gemüse und Obst (Gefahr der Toxoplasmose-Parasiten) gründlich gewaschen sind und man sollte Rohmilchkäse meiden. Diese mediterrane Ernährungsweise schützt vor Verstopfung, die sonst durch den inneren Druck wieder auf die Harnblase wirkt.

Neben ausgewogener Ernährung, die während der Schwangerschaft beibehalten werden sollte, ist es wichtig, sich regelmäßig zu bewegen. Es gibt Sportarten, die sehr gut während der Schwangerschaft ausgeübt werden können, wie zum Beispiel Schwimmen, Aqua-Aerobic oder Yoga. Für ein leichtes Beckenbodentraining bieten sich die Geburtsvorbereitungskurse bei Hebammen an. Nicht ratsam ist die sogenannte Pipi-Stopp-Übung, dabei kann durch Restharn in der Blase die Infektionsgefahr erhöht werden.

Für den Fall des Falles sind bei Inkontinenz auch Hilfsmittel wie waschbare Flügelbinden oder Slip Einlagen angebracht.

Und nach der Schwangerschaft kann ein abschließendes Beckenboden- und/oder Blasentraining sinnvoll sein, um Beckenbodenmuskulatur und Harnblase wieder auf ihre Leistungsfähigkeit wie vor der Schwangerschaft zu trainieren. Bewährt hat sich das Training mit Liebeskugeln, aber auch Sportarten wie das Schwimmen, Yoga oder Pilates sind gute Alternativen, um nur einige zu nennen.

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